Das hat mich die Open Source Software Mautic 9 Jahre lang gelehrt

Vor neun Jahren habe ich zum ersten Mal ein Open-Source-Tool aufgesetzt: Mautic. Ich sass nachts vor dem Rechner und habe daran gearbeitet – neben meinem eigentlichen Job. Mein Ziel: Ich wollte eine Marketing Automation, die mir nicht die Kontrolle über meine Kundendaten aus der Hand nimmt. Heute baut mein ganzes Unternehmen darauf auf.

Zeit für eine ehrliche Bilanz: Das sind die fünf wichtigsten Lektionen, die ich in diesen neun Jahren für mich mitgenommen habe. Und ehrlich: Ich hätte sie gerne früher gewusst.

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Wie alles anfing

2017 war ich Mitgründer und CTO eines kleinen Software-Startups. Wir hatten ein gutes Produkt, aber kein Budget für teure Marketing-Suiten. Vor allen Dingen haben wir keine Lust, unsere Kundendaten an einen amerikanischen Cloud-Anbieter abzugeben.

Auf der Suche nach einer Lösung stiess ich auf Mautic: die erste Open-Source-Plattform für Marketing Automation. Sie wurde 2014 gestartet von David Hurley mit der Idee «made by the people, for the people».

Als jemand, der seit über zwei Jahrzehnten Software entwickelt, war für mich klar: Ich will ein Tool, das ich selbst anpassen und erweitern kann. Daraus entstand Aivie: seit 2019 Teil der Mautic-Community, seit 2020 Partner, und seit 2025 bin ich Teil des Mautic Council.

Lektion 1: E-Mail-Marketing ist viel komplizierter, als es aussieht

Was ich massiv unterschätzt habe, ist die Komplexität von E-Mail-Marketing. Zuerst die Technik: Eine E-Mail zuverlässig in den Posteingang zu bringen, ist alles andere als trivial. Wichtig sind die Zustellbarkeit, Absender-Reputation, aufgewärmte Versand-IPs, korrekt eingerichtete Authentifizierung mit SPF, DKIM und DMARC. Das meiste davon ist unsichtbar, bis es nicht richtig funktioniert.

Das sagen Kunden, die zu Aivie gewechselt sind

Wir sind von HubSpot umgezogen und haben nun geringere Kosten, weniger Aufwand und mit Aivie einen Partner, der Leistung nicht hinter einer Paywall versteckt. Zudem schätzen wir den ausgezeichneten Support.

Daniel B.
IT

Sowohl das Tool als auch der Service sind top. Ich schätze vor allem die schnelle Reaktion und die Datensicherheit, da alle Daten in der Schweiz gespeichert sind. Die Preise sind sehr vernünftig. Würde diesen Service weiterempfehlen!

Hannes B.
CEO

Wir arbeiten seit Jahren mit Aivie als Marketing Automation Service. Es ist die klare Nummer eins in den Bereichen Marketing Automation und Marketing Strategie, und bietet zudem mit Abstand das beste Preis-Leistungs-Verhältnis!

Felix C.
CMO

Dann das Recht: Einwilligung, Double-Opt-in, Nachvollziehbarkeit, Löschkonzepte: mit DSGVO und revDSG kein Beiwerk, sondern Grundvoraussetzung. Und schliesslich der schwierigste Teil: die Menschen. Du kannst technisch und rechtlich alles richtig machen. Aber wenn deine Empfänger:innen den Mehrwert nicht erkennen, nützt die beste Automation nichts. Relevanz schlägt Reichweite, jedes Mal.

Lektion 2: Datenhoheit war eine Nische. Heute ist sie Chefsache

Als ich 2017 anfing, mit «deine Daten gehören dir» zu argumentieren, haben mich viele freundlich angelächelt. Heute spielt dieselbe Frage in fast jedem Erstgespräch eine zentrale Rolle – sei es seitens der Geschäftsführung, Legal oder Beschaffung.

Der Kontext hat sich verändert: das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz, die DSGVO und eine breite Debatte über digitale Souveränität, in der inzwischen sogar Behörden und Armeen ihre Cloud-Abhängigkeiten hinterfragen (die Schweizer Armee etwa setzt zunehmend auf europäische Software statt Microsoft).

Bei uns heisst Datenhoheit konkret: Die Daten liegen verschlüsselt auf einem Schweizer Server, auf Wunsch komplett auf Schweizer Infrastruktur, in einer eigenen Instanz. Mehr dazu findest du im Beitrag zum neuen Datenschutzgesetz und zum Mautic Hosting.

Lektion 3: Ein ehrlicher Preis ist einer, den du verstehst

Ich habe über die Jahre unzählige Tool-Rechnungen gesehen. Was mir geblieben ist: Das Problem ist selten die Höhe des Preises, sondern wenn man nicht mehr erklären kann, wofür man zahlt. In der Marketing Automation gibt es genau einen ehrlichen Kostentreiber: die Grösse deiner Datenbank. Jeder aktive Kontakt bedeutet Speicher, Verarbeitung und Zustellung. Darum rechnen fast alle nach Kontakten ab, wir auch.

Der Unterschied liegt nicht im Ob, sondern im ob der Preis nur dort steigt, wo echte Kosten entstehen: bei uns ist der Kontakt-Preis ein transparenter Stellvertreter für Infrastrukturkosten – ohne Aufschlag pro Sitzplatz, ohne Feature hinter der nächsten Stufe, ohne jährliche Preisrunde. Einen Preis, den du deinem CFO in zwei Minuten erklären kannst, ist mehr wert als ein tiefer Einstiegspreis, den niemand nachrechnen kann.

Lektion 4: Open Source ist nicht gratis, sondern gemeinsam

Ich dachte anfangs, Open Source heisst vor allem «gratis». Falsch – es heisst «gemeinsam». Mautic wird von einer weltweiten Community aus zahllosen freiwilligen Beitragenden getragen und ist in zehntausenden Organisationen im Einsatz. Diese Breite ist der eigentliche Schutz: Kein einzelner Anbieter kann dir über Nacht die Bedingungen ändern, den Preis verdreifachen oder das Produkt einstellen. Aber eine Community ist kein Selbstbedienungsladen – wer nur nimmt, sägt am Ast, auf dem er sitzt.

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Darum geben wir zurück: einen neuen E-Mail-Builder, laufende Verbesserungen an Mautic, aktuell den Head of Product, und unsere speziellen Aivie-Plug-ins für die Community – kostenlos oder für einen kleinen Unkostenbeitrag. Davon profitieren am Ende alle, weltweit.

Lektion 5: Meistens scheitert es nicht am Tool. Aber manchmal eben doch

Die allermeisten Marketing-Automation-Projekte scheitern nicht am Werkzeug, sondern am Drumherum: fehlende Zeit, unklare Prozesse, Inhalte, die nie geschrieben werden, und die Erwartung, ein Tool ersetze die Strategie. Das Tool ist meistens der einfache Teil.

Aber manchmal scheitert es doch am Tool: auf zwei Arten. Erstens an den Kosten: Wenn der Preis mit jedem tausendsten Kontakt überproportional steigt, wird jede gute Idee irgendwann zu teuer. 

Zweitens an technischen Hürden: eine fehlende Schnittstelle, eine Funktion hinter der Bezahlschranke, ein System, aus dem du deine Daten nicht sauber herausbekommst. Genau deshalb ist die Wahl des Tools nicht egal. Entscheidend sind planbare Kosten statt einer Rechnung, die dein Wachstum bestraft, und eine offene Technik statt einer Wand, an der deine Ideen enden.

Fazit

Neun Jahre, fünf Lektionen: E-Mail-Marketing ist komplizierter, als es aussieht. Datenhoheit ist Chefsache geworden. Ein ehrlicher Preis ist einer, den du verstehst. Open Source ist gemeinsam, nicht gratis. Und am Ende entscheidet nicht das Tool, sondern der Prozess dahinter – ausser das falsche Tool steht dir mit Kosten und technischen Grenzen im Weg.

Würde ich es wieder so machen? Ja, auf jeden Fall. Auch wieder nachts, neben meinem Job, mit einer kaputten ersten Installation. Genau so. Wenn du wissen willst, wie ein offenes, souveränes Setup heute aussieht, findest du auf aivie.ch einen Überblick.

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