In der Schweiz rückt das Thema digitale Souveränität in diesem Jahr stärker in den politischen Fokus. Anfang Juli hat der Kanton Genf als erster Kanton überhaupt eine offizielle Strategie für digitale Souveränität verabschiedet. Am selben Tag wurde bekannt, dass die Cyber-Spezialisten des Bundes bewusst Distanz zu Microsoft suchen. Die Stadt Zürich testet mit «openDesk» eine Open-Source-Alternative zu Microsoft 365, und in Deutschland haben Bund und Länder mit dem «Deutschland-Stack» beschlossen, ab 2028 offene Dateiformate zur Pflicht zu machen.
Der Antrieb dahinter: Kostensenkung und Zurückgewinnung von Kontrolle. Bund und Kantone haben in den letzten zehn Jahren über 1.1 Milliarden Franken für Microsoft-Lizenzen ausgegeben. In der Stadt Zürich haben sich die Microsoft-Kosten in nur sieben Jahren vervierfacht. Und mit dem revidierten Datenschutzgesetz (revDSG) ist die Frage, wo Daten liegen und wer darauf zugreifen kann, längst kein Bauchgefühl mehr, sondern Compliance.
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